Neue Leitlinie „Medizinische Kompressionstherapie“
Die Kompressionstherapie entwickelt sich stetig weiter – sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch im praktischen Versorgungsalltag. Mit der Veröffentlichung der aktualisierten Leitlinie zur Kompressionstherapie der Extremitäten gibt es nun wichtige neue Empfehlungen.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehören u.a.:
Stiffness
Bei der Auswahl und Verschreibung von Kompressionsmaterialien sollte neben dem benötigten Druck auch das am besten passende Material beachtet werden. Die Wirkung einer Kompressionsversorgung hängt sowohl vom ausgeübten Druck als auch von den Eigenschaften des Materials ab.
Compliance ( Bereitschaft eines Patienten zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen)
Für die medizinische Kompressionstherapie sind Fachwissen und Erfahrung wichtig – von der Diagnose über das Ausschließen anderer Ursachen bis hin zur Einschätzung von Risiken und Gegenanzeigen. Dazu gehört auch die Auswahl moderner Kompressionsmaterialien und das korrekte Anlegen.
Ebenso sollten die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen und ihre Haltung zur Therapie immer berücksichtigt werden.
Kompression zur Linderung von Schmerzen bei Lipödem deutlich benannt
Die Leitlinie betont deutlich, dass die medizinische Kompressionstherapie eine bewährte Basisbehandlung zur Schmerzreduktion bei Lipödem darstellt. Auch MAK können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
Nachtversorgung erstmals berücksichtigt
Diese Option richtet sich an Lymphödem-Patientinnen und -Patienten, die nach dem nächtlichen Abnehmen der Kompressionsversorgung eine Zunahme des Ödems feststellen.
Erweitertes Indikationsspektrum
Neben Venen- und Ödemerkrankungen umfasst die medizinische Kompressionstherapie auch weitere Einsatzbereiche, wie etwa entzündliche Hauterkrankungen an den Beinen oder bestimmte Indikationen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen.
Link zur Neuen med. Leitlinie zur Kompressionstherapie: AWMF Leitlinienregister
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-005